Urlaub für Alle: Barrierefreies Reisen in Rheinland-Pfalz

(rpt) Barrieren stören nur den, der sie nicht leicht überwinden kann. Wer noch nie im Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen unterwegs war, wird kaum wahrnehmen, dass schon wenige Treppenstufen ohne Hilfe zum unüberwindbaren Hindernis werden können. Aber auch eine zu kompliziert aufgebaute Stadt- oder Museumsführung ist für manchen Gast eine Einschränkung des Genusses, weil er ihr nicht folgen kann. In den Ferienregionen von Rheinland-Pfalz ist diese Problematik erkannt. Ein Leitfaden unterstützt Tourismusorganisationen und Gastgeber dabei, die Barrieren aus dem Weg zu räumen, damit sich junge Familien mit Kleinkindern, Gäste mit eingeschränkter Beweglichkeit, Blinde und Gehörlose, Allergiker sowie alle Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen besondere Zuwendung benötigen, in Rheinland-Pfalz willkommen fühlen. Die sechs Gastlandschaften Pfalz, Ahrtal, Rheinhessen, Romantischer Rhein, Westerwald und das Naheland sind bei der Umsetzung der Anforderungen für ein barrierefreies Rheinland-Pfalz Vorreiter. Weitere Regionen machen sich ebenfalls auf den Weg.

In der Pfalz punktet besonders die Stadt Deidesheim an der Deutschen Weinstraße, wenn es um das barrierefreie Reisen geht. Deidesheim ist Mitglied der Cittàslow-Bewegung, die auf Entschleunigung und verbesserte Lebensqualität setzt. In der Innenstadt wurden die Bordsteinkanten gezielt abgesenkt und im Schlosspark ein Erlebnisgarten mit 20 Spiel- und Erlebnisstationen angelegt. Die Tourist-Information zog in ein anderes Gebäude um und verwirklichte dabei die Barrierefreiheit in jeder Beziehung. Auch Weingüter und Gourmetrestaurants haben die Barrierefreiheit im Blick und gestalten ihre Häuser so um, dass sowohl ein barrierefreier Weineinkauf als auch ein Besuch des Restaurants möglich ist. Befestigte Wirtschaftswege erlauben Spaziergänge durch die Weinberge, die auch mit Kinderwagen oder im Rollstuhl leicht zu bewältigen sind.

Im Hambacher Schloss sind alle Räumlichkeiten per Aufzug erreichbar. In der Ausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ vermitteln Medien- und Aktivstationen die Geschichte auf unterhaltsame Weise. Von April bis Oktober finden täglich Führungen durchs Schloss statt. Dazu gehören auch die Angebote für Menschen mit Sehbehinderung „Geschichte begreifen“ oder mit Lernschwierigkeiten „Das Hambacher Fest in leichter Sprache“.

Landau ist ab 2015 ein ganz besonders attraktives Ziel für all diejenigen, die Barrierefreiheit benötigen oder einfach nur Komfort schätzen. Die Landesgartenschau Landau eröffnet 2015 ihre Pforten und bei der Gestaltung des Geländes nimmt das Thema Barrierefreiheit einen wichtigen Platz ein. Neben dem barrierefrei zugänglichen, 25 Meter hohen Aussichtsturm wird es auf den Hauptwegen ein Blindenleitsystem geben. Im Umfeld der Gartenschau stellen sich immer mehr Betriebe auf die Bedürfnisse von Gästen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein.

Im Ahrtal ist der traditionsreiche Kurort Bad Neuenahr der beste Ausgangspunkt für einen barrierefreien Urlaub im Rotweinland. Die Niederflurzüge der Ahrtalbahn, mit der man auch andere schöne Orte im Ahrtal erreicht, sorgen für eine sorgenfreie Anreise. Viele Ferienwohnungen und Hotels haben sich auf Gäste mit eingeschränkter Mobilität eingestellt. Abgesenkte Bordsteine in der malerischen Altstadt erleichtern den Stadtbummel, für den man auch einen Stadtführer buchen kann, der sich ganz auf die Bedürfnisse seiner Gäste einstellt. In Mayschoß-Altenahr, das im Weinführer Gault Millau zu den führenden Winzergenossenschaften Deutschlands zählt, ist es möglich mit dem Rollstuhl an einer Kellerbesichtigung teilzunehmen.

Das Naheland wartet zum Thema „barrierefreier“ Urlaub mit einer besonderen Attraktion auf. Auf der Draisinenstrecke im Glantal können nun auch Rollstuhlfahrer aktiv auf den Schienen unterwegs sein. Dazu wurden Draisinen zusätzlich mit einem Handantrieb versehen, sodass drei Personen darauf Platz haben. Die Edelsteinstadt Idar-Oberstein stellt ihre funkelnden Schätze in mehreren Museen aus. Im Deutschen Edelsteinmuseum und in der Historischen Weiherschleife sind die Ausstellungen barrierefrei zugänglich. In der Kurstadt Bad Kreuznach gilt das ebenso für das Haus des Gastes, die Museen im Rittergut Bangert und für das Thermalbad „crucenia thermen“.

In Rheinhessen, Deutschlands größtem Weinanbaugebiet, dreht sich auch für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen alles um den Wein. In der Vinothek Wasem in Ingelheim, in der Vinothek in Bingen direkt am Rheinufer und in Böhm’s Weingewölbe in Wörrstadt sind alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt.
Die Stadt Mainz hat neben barrierefreien Stadtführungen speziell für Sehbehinderte einen Audiostadtführer mit Wegbeschreibungen und Informationen zu den Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz entwickelt. Das Touristikbähnchen Mainzer Gutenberg-Express ist mit einem Hublift ausgestattet, der  Rollstuhlfahrern das Ein- und Aussteigen erleichtert. Eine fast ebenerdige Tür erlaubt Rollstuhlfahrern in Stadecken-Elsheim auch das spektakuläre Vergnügen einer Heißluftballonfahrt über das Rebenmeer von Rheinhessen. Im Ballon gibt es einen Spezialsitz mit Sicherheitsgurten.

Am Romantischen Rhein hat sich insbesondere im Rahmen der BUGA Koblenz in Sachen Barrierefreiheit viel getan. Vom Deutschen Eck und den barrierefreien Promenaden an Rhein und Mosel gelangt man mit der Seilbahn komfortabel und barrierefrei hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Restauriert wurde die Festung unter der Prämisse: „Was wir den Gästen zugänglich machen und für Publikum öffnen, muss für alle Gäste nutzbar sein, egal ob sie eine Einschränkung haben oder nicht.“ So gibt es neben stufenlosen Wegen beispielsweise auch ein Leitsystem für Blinde und einen Audioguide für Schwerhörige. In Koblenz und den umliegenden Orten gibt es eine Vielzahl an barrierefreien Unterkünften und Restaurants, sowie vielfältige Freizeitangebote für Jung und Alt. Wer das Rheintal vom Wasser aus erleben möchte, hat unterschiedlichste Routen und Schiffe zur Auswahl. Flussabwärts bieten der Geysir Andernach für Natur- und das Arpmuseum für Kulturfreunde barrierefreie Erlebnisse auf hohem Niveau.

Im Westerwald steht das Naturerlebnis im Vordergrund: Erfrischende Flusstäler, Hochplateaus mit herrlichen Aussichten und tiefgründe Wälder wechseln sich hier mit romantischen Kleinstädten ab. Auch das barrierefreie Naturerlebnis ist hier möglich. Im Wildpark Bad Marienberg können auch Besucher mit Handicap beispielsweise Wildschweine, Wisente oder Lamas erleben. Im angrenzenden Wildparkhotel hat man im 360-Grad-Panoromarestaurant einen außergewöhnlichen Ausblick in die Landschaft.
Als ehemaliger Steinbruch bietet der Stöffel-Park auf 140 Hektar Gesamtfläche neben einer bedeutenden Fossilienlagerstätte auch ein einmaliges Industrieensemble. Viele Bereiche des Erlebnisparks sind barrierefrei. Einblick in die Geschichte des Limes bietet die RömerWelt am Caput Limitis in Rheinbrohl mit der interaktiven, barrierefreien Ausstellung. In Höhr-Grenzhausen bietet das größte Keramik-Museum von Europa mit etwa 2.500 m² barrierefreier Ausstellungsfläche einen Überblick über  mehr als fünf Jahrhunderte Keramikgeschichte.

Alle sechs Regionen bieten barrierefreie Pauschalangebote und weitere Informationen zu Freizeitangeboten und Unterkünften unter www.barrierefrei.gastlandschaften.de.

Kategorie: Barrierefrei, Basistexte

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