10.10.2017

Höhlen, Keller und Bergwerke

Die Eifel ist auch unterirdisch schön

(rpt) Über Jahrmillionen hat sich die Landschaft der Eifel gebildet. Das einstige Nordmeer reichte bis in die heutige Eifel, Flussmaterialien lagerten sich ab und Passatwinde brachten den Sand. Das Land war in Bewegung, es hob, senkte und verwarf sich, brach auf. Kein Wunder, dass sich dadurch auch Höhlen bildeten. Hinzu kommt der Mensch, der über Jahrtausende Gestein und Erze abgebaut und viele Gänge hinterlassen hat, die zum Teil noch heute erkundet werden können. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk und einer Taschenlampe macht es nicht nur den Kindern Spaß, die unterirdische Welt der Eifel kennenzulernen.

Höhlen, von der Natur geschaffen
Die Buchenlochhöhle befindet sich im Naturschutzgebiet der Gerolsteiner Dolomiten und ist fußläufig über den Vulkaneifelpfad „Gerolsteiner Felsenpfad“ zu erreichen. Vor Millionen Jahren wurde sie durch die lösende Kraft des fossilen Grundwassers aus dem Stein gewaschen. Die Höhle ist ganzjährig frei über eine Leiter zugänglich.
Rund um Kordel finden sich eine Vielzahl von Buntsandstein-Felsen und Höhlen, unter anderem die Kaulay, die Geyersley und die Spitzley. Die Entstehung dieser Formationen hat eine lange Vergangenheit. Mehr als 220 Millionen Jahre ist es her, dass sich Sedimente ablagerten und die Formationen aus Buntsandstein, wie wir sie heute kennen, entstanden. Durch Verwitterung und Strudelbildung durch die Kyll und ihre Nebenbäche ist es zur Entstehung von Klufthöhlen gekommen, wie zum Beispiel der Hochburgenhöhlen und der Klausenhöhle. Dagegen ist die bekannteste Höhle des Gebietes, die Genovevahöhle, nur durch reine Auswitterung entstanden und wurde zusätzlich durch Menschenhand vergrößert.  
Käsegrotte wird im Volksmund in Bad Bertrich die Elfengrotte genannt. Dort war es die Lava, die für die Entstehung sorgte. Basaltlava hat die Eigenschaft, beim Erkalten säulig zu erstarren. Im Bereich der Käsegrotte bildeten sich im Verlaufe des Erkaltungsvorgangs Säulen, in denen sich horizontale Spannungsrisse entwickelten. Die Verwitterung der nachfolgenden Jahre setzte genau an diesen Spannungsrissen an, sodass zum Schluss ein Gebilde entstand, das aufeinander gestapelten Käselaiben gleicht.

Die Lavakeller von Mendig
Auf einer Fläche von nahezu drei Quadratkilometern spannt sich unter der Stadt Mendig ein Netz von unterirdischen Lavakellern. In 32 Metern Tiefe befindet sich die auf der Welt einmalige unterirdische „Landschaft“. Damals, als die Vulkane ausbrachen und das Land mit Glut und Asche bedeckten, floss auch ein Lavastrom in die Richtung Mendig. Was früher Unglück und Not bedeutete, war für die Menschen in dieser Gegend ein wichtiger Broterwerb. In einer Vielzahl von Stollen und Schächten machten sich die Mendiger daran, das kostbare schwarze Baumaterial unterirdisch als Basaltlava auszubeuten. So entstanden die Lavakeller. Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten viele Brauereien die stets gleichbleibende Temperatur von 6-9 °C, um ihr Bier zu lagern.

Eis- und Mühlsteinhöhlen, durch den Basaltabbau entstanden
Die Eis- und Mühlsteinhöhlen in Hohenfels-Essingen, Roth oder Birresborn laden zu einem abenteuerlichen Spaziergang ein. Der Basalt der Vulkaneifel eignete sich über Jahrhunderte zur Herstellung von Mühlsteinen, die in Papier- und Lohmühlen, aber auch in Getreide- und Ölmühlen zum Einsatz kamen. Durch den Abbau der Mühlsteine entstanden Höhlen, in denen sich in besonders kalten Wintern noch heute Eiszapfen von erstaunlicher Größe bilden. Kein Wunder, dass manche der Höhlen auch als Eislager benutzt wurden, wie beispielsweise die Birresborner Eishöhle, in der es auch im Sommer nicht viel mehr als sieben Grad wird. Manche der Höhlen werden von Fledermäusen als Winterquartier genutzt, daher sind nicht alle Höhlen ganzjährig geöffnet.

Wo die Römer einst Bergbau betrieben
Im Römerbergwerk Meurin bei Kretz in der Osteifel steigt man hinab in die einst unterirdische Arbeitswelt römischer Bergmänner und Soldaten. Taschenlampen werden nicht benötigt - durch den modernen Bimsabbau wurde der antike Steinbruch freigelegt. Große Teile der alten Bergwerksdecke sind heute verschwunden. Dafür führen gut begehbare Stege, Rampen und Treppen den Besucher nicht nur durch das Stollensystem, sondern auch darüber hinweg. So ist es wohl das einzige Bergwerk, das man aus der Vogelperspektive betrachten kann.
Auch das Bergwerk „die Pützlöcher" bei Kordel entstand in der Römerzeit. Es zählt zu den größten und ältesten römischen Bergwerken in Deutschland. Dort wurde nach Erzen gegraben.

In Besucherbergwerken dem Erzabbau auf der Spur
In Bleialf können die Besucher zu einer einstündigen Führung in den Mühlenberger Stollen einfahren. Dabei erfahren sie alles über den Erzabbau, von der Geologie bis zur angewandten Technik. Ein Bergbaupfad mit zahlreichen Informationstafeln bietet einen umfassenden Überblick zur Bergbaugeschichte des Gebietes.
Die Eifel „von unten“ wird im Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ in Hellenthal erlebbar. Die Führungen beginnen im „Grubenhaus“, wo auch eine kleine, themenbezogene Ausstellung besichtigt werden kann. Über einen bequemen Treppenabgang gelangt man in den „Tiefen Stollen“, der mit einigen Seitenstollen auf etwa 800 Metern für Besucher erschlossen ist. Zu entdecken gibt es Spuren der Bergarbeit vom ausgehenden Mittelalter bis hin zum Bergbau des 19. Jahrhundert, in dem noch mit Schwarzpulver gesprengt wurde.
In der „Grube Günnersdorf“ bei Mechernich schürften schon die Kelten und Römer nach Bleierzen. Auch heute noch finden sich zahlreiche Relikte aus der Zeit des Bleierzabbaus und der Eisenverhüttung. Zur Einrichtung des Besucherbergwerks und des Museums „Grube Günnersdorf“ wurde in den neunziger Jahren das im Jahre 1957 stillgelegte Bleibergwerk in Teilen freigelegt. Zusammen mit einem fachkundigen Führer können Besucher in die unterirdische Welt abtauchen.
Auch in Langenfeld in der Osteifel wurden Blei- und Zinkerze abgebaut und ein Besucherbergwerk lädt ein, sich über das Leben der Bergarbeiter zu informieren. Die Grube Bendisberg baute auf mehreren Gängen der mittleren und oberen Siegener Schichten Erz ab.

Eifelmuseum und Deutsches Schieferbergwerk in Mayen
Wer tiefer in die Geologie der Eifel, ihre Landschaften, das Leben der Menschen in der Region sowie in den Schieferabbau eintauchen möchte, ist im Eifelmuseum auf der Genovevaburg in Mayen genau richtig. Im Schiefergestein tief unter der Burg lädt das Deutsche Schieferbergwerk dazu ein, sich mit der Entstehung ebenso wie mit dem Abbau des Moselschiefers zu beschäftigen. Viele Dächer in der Eifel sind mit dem schwarzen Schiefer gedeckt, der in den Schieferbergwerken rund um Mayen gefördert wird. Im Deutschen Schieferbergwerk wird auch das besondere Erlebnis „Bergwerk bei Nacht“ angeboten: Zunächst führt ein Guide durch den Stollen, gefolgt von kulinarischen Genüssen sowie einer Wein- und Schnapsprobe.

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Kategorie: Eifel, Kultur, Freizeittipp

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